Freitag, 23. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!


Liebe Familie, liebe Freunde und Verwandte!!!
Wieder neigt sich ein Jahr seinem Ende entgegen, kaum zu glauben, haben wir nicht letzte Woche erst Silvester gefeiert und 2011 herzlich willkommen geheißen? Und nun steht bereits 2012 vor der Tür. Bevor wir uns neugierig dem neuen Jahr zuwenden möchte ich gern innehalten und über das hinter uns liegende Jahr reflektieren. Ich möchte euch teilhaben lassen an dem was uns bewegt, ich möchte offen, ehrlich, transparent sein.
Gesunde Entwicklung bedeutet Wachstum, das ist nicht immer ganz schmerzfrei, aber es ist unerhört wichtig um dem Ziel ein Stück näher zu kommen. Wachstum geschieht manchmal sprunghaft, manchmal still und leise, beinahe unbemerkt, manchmal muss man Geburtshilfe leisten und manches scheint sich von selbst zu entwickeln. Manchmal gibt es Wachstumspausen, dann wieder Wachstumsschübe, oftmals gilt es die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen aber im Grunde können wir Wachstum immer nur dankbar annehmen, denn es liegt nicht in unserer Hand ob Wachstum geschieht oder nicht. Letztendlich sind nicht wir die Verantwortlichen.
Schon die Bibel sagt: Es ist Gott, der das Wachstum gibt.  
Daher wollen wir in erster Linie dankbar auf ein Jahr zurücksehen, dass uns viel Wachstum auf allen Ebenen beschert hat.
Wir sind gewachsen, persönlich, in unserer Beziehung zueinander und zu unserem HERRN. An den Kindern sieht man das ja oft deutlicher als bei uns „Großen“, dennoch will ich glauben und hoffen, dass auch wir gewachsen sind.
Ich will euch ein paar konkrete Einblicke in das Gewächshaus Fritsch geben:
Fangen wir mit der Jüngsten an, Svea, unser Nesthäkchen, entwickelt sich prächtig. Dieses Jahr brachte für sie den Wechsel auf die Middelschool mit sich. Sie hat diesen Sprung mit Bravour gemeistert. Ein deutlich vollerer Stundenplan, viele neue Fächer, noch mehr Projektarbeit, all dies scheint ihr nichts auszumachen, sie liebt die Herausforderung. Wieder musste sie einigen guten Freundinnen Adieu sagen, dies ist immer schwierig und manchmal fließen ein paar Tränen, aber es ist schön zu sehen, wie offen sie neuen Menschen gegenüber ist und bleibt. Gern ist sie bereit sich ganz in neue Freundschaften zu investieren, auch mit dem Wissen, dass ein erneuter Abschied nicht einfach sein wird. Besonders stolz macht mich als Mama, wie sie sich dagegen entscheidet das Gezicke einiger Klassenkameraden mitzumachen. Sie setzt sich intensiv für die ein, die am Rand der Gemeinschaft stehen und versucht Versöhnung herbeizuführen. Dabei stellt sie fest, wie schwierig es oft ist zu vergeben und vergangenes Unrecht zu vergessen. Sie kämpft für ihre Überzeugung, dass jeder eine neue Chance verdient hat.
Nils würde wahrscheinlich selbst sagen, dass er nach wie vor auf den Wachstumsschub wartet, und das sehnsüchtig. Möchte er doch so gern grösser, bzw. länger als sein großer Bruder werden. Vordergründig betrachtet stimmt das, in die Höhe ist er 2011 nicht extrem viel gewachsen, aber in die Tiefe. Dass Nils ein großes, weiches, sensibles Herz für seine Mitmenschen hat wissen wir schon lang, aber auch im vergangenen Jahr hat sich seine Kapazität auf andere einzugehen vergrößert. Jüngere Kinder sehen zu ihm als Vorbild auf, er genießt großes Vertrauen bei all seinen männlichen und weiblichen Klassenkameraden, wenn sie Sorgen oder Probleme haben, so wissen sie, dass sie sich ihm anvertrauen können. Darüber hinaus hat er vor einigen Wochen seine poetische Ader entdeckt. Im Englischunterricht musste er 5 Gedichte schreiben, und dies wurde ein riesen Erfolg. Auch wir Eltern waren beeindruckt, wie er Gefühle, Stimmungen in Worte kleiden kann.
Ole ist mittlerweile der Größte in der Familie, auch wenn Marcus dies nicht gelten lassen will, bin ich überzeugt, dass er seinen Papa nun überragt. Aus meinem Erstgeborenen ist wirklich ein junger Mann geworden. Das letzte Schuljahr auf der Middelschool ist angebrochen, viel Arbeit bringt es mit sich, muss doch neben der normalen Schularbeit, mit Tests und Projekten eine Abschlussarbeit geschrieben werden. Es ist schön zu sehen, wie er hochmotiviert arbeitet, zuweilen bis tief in die Nacht. Wann immer Zeit übrig ist und die Nerven seiner Mama es erlauben spielt er begeistert Schlagzeug. Letzte Woche hatte er einen Auftritt mit seiner Band. Bandproben finden natürlich bei Fritschens statt, ein Schlagzeug kann man so schlecht mitnehmen. Für uns Eltern ist es phantastisch zu sehen, wie verantwortungsbewusst Ole ist. Es fällt uns leicht ihm immer größere Freiheiten zu genehmigen, da er sehr vertrauenswürdig ist.
Marcus ist in diesem Jahr in seiner Rolle als Leiter sehr herausgefordert wurden. Seine Kapazität liebevoll aber dennoch deutlich zu leiten wuchs dabei ganz beträchtlich. Menschenführung ist an sich eine Herausforderung und es wird nicht leichter wenn dies über Kulturgrenzen hinweg erfolgreich geschehen soll. Oft gilt es demütig hinzuhören und langen Atem zu bewahren. Das wachsende Team und die wachsende Gemeinschaft von H2O bieten hier ein großes Übungsfeld. Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Teamleiter und Familienoberhaupt standen dieses Jahr Lehrtätigkeit bei CA-events und in seiner Aufgabe als Lehrer und Betreuer der Studenten der Skandinavischen Akademie für Leiterschaft und Theologie  im Vordergrund.
Auch ich bin in diesem Jahr in meiner Rolle als Teamleiterin sehr herausgefordert wurden. Hab ich mich lange gar nicht recht als Leiterin gesehen, so wurde dieses Jahr deutlich, dass Marcus und ich tatsächlich gemeinsam das Team leiten. Nicht immer ist es leicht das Dienstliche vom Privaten zu trennen und hier besteht sicher auch weiterer Wachstumsbedarf, aber erste Schritte in die rechte Richtung konnten wir gehen. Bei Reningsborg, meiner Arbeit im Second Hand Laden als Arbeitstherapeutin, musste ich immer öfter auch die herausfordernden Konfliktgespräche führen, meine Führungsqualitäten sind auch hier mehr und mehr gefragt. Es ist nicht immer leicht zu konfrontieren und dabei liebevoll Weiterentwicklung zu motivieren. 
Ein volles, reich gesegnetes Jahr liegt hinter uns, wir sind müde, dankbar und freuen uns auf ein paar freie erholsame Tage als Familie. In den Weihnachtstagen wollen wir uns auf den Gärtner besinnen, der das Wachstum schenkt  und unsere Herzen neu an der Wurzel fest machen, durch die wir Nahrung bekommen.
Wir grüßen euch mit Worten dessen, dessen Geburtstag wir nun feiern, ER sagt:
Ich bin der Weinstock, mein Vater ist der Weingärtner und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, in dem bleibt mein Leben, und er wird viel Frucht tragen. Wer sich aber von mir trennt, kann nichts ausrichten.
In diesem Sinne wünschen wir euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein ertragreiches neues Jahr.
Eure Familie Fritsch
Karen, Marcus, Ole, Nils und Svea Nadia

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